
ANSBACH (Hans-Martin Goede) – Nach dem extrem warmen Juni mit unzähligen neuen Wärmerekorden setzte der Juli in Ansbach „noch einen oben drauf“ – und endete um 0,5 Grad wärmer als der Vormonat. Zudem liegt er mit diesem extrem warmen Mittelwert zusammen mit 2015 auf Platz zwei der heißesten Julimonate in Ansbach seit Aufzeichnungsbeginn 1879. Noch wärmer verlief nur noch der „Sommermärchen“-Juli 2006. Auf Platz drei liegen nun die Juli-Monate 1994 und 1983.
Das Mittel der Tageshöchsttemperatur lag heuer im Juli nur knapp hinter dem Spitzenreiter 2006, auf Platz drei liegt der Juli 2015. Dank der meist klaren Nächte und extrem niedrigen Luftfeuchtigkeit waren die Nächte in und um Ansbach aber vielfach angenehm kühl, es war nachts „nur“ um 0,4 Grad zu warm.
Vom 29. bis 31. Juli gab es heuer sogar drei Tage in Folge mit über 35 Grad Hitze, mit 38,6°C am 30. Juli wurde der Allzeitrekord vom 27. Juli 1983 mit 39,0°C nur knapp verfehlt. Zudem gab es 12 Tage mit mindestens 30°C, was es in dieser Menge nur noch 2015 und 2010 gab, den Rekord hält der Juli 2006 mit 16 „Hitzetagen“. Des weiteren gab es in Ansbach im Juli 25 „Sommertage“ mit mindestens 25 Grad, das gab es nur noch im Juli 2018, Spitzenreiter ist der Juli 2006 mit 29 Sommertagen. Dahinter folgen der Juli 1983, 1900 und 1887 mit jeweils 22 Sommertagen.
Im Juli gab es in Ansbach nur sieben Tage mit registrierbaren Regenfällen, die an sechs Tagen gewittrig verliefen. Zudem gab es gerade mal vier Tage mit wenigstens einem Liter Niederschlag – das gab es zuletzt im Juli 2018 (ebenfalls vier Tage). Noch weniger solcher „Regentage“ gab es seit Aufzeichnungsbeginn 1879 nur noch der Juli 1983, 1971, 1964, 1952 und 1949.
Am Ende gab es im Juli so wenig Regen wie seit dem Juli 2020 nicht mehr. Noch trockener verliefen seit Meßbeginn 1879 nur noch acht weitere Juli-Monate, nämlich 1983, 1971, 1969, 1964, 1952, 1949, 1935 und 1911.
Durch die Kombination mit der ungewöhnlichen Hitze in diesem Jahr sind die Böden in der Region mittlerweile so stark ausgetrocknet wie selten zuvor, bei den Grundwasserständen wurden zum Monatsende vielerorts teils neue Niedrigstände beobachtet (wie z.B. in Petersaurach) – oder nähern sich dieser Marke rasch an. Die Waldbrandgefahr erreichte in Mittelfranken Ende Juli die höchste Warnstufe.