ANSBACH (Hans-Martin Goede) Mit dem 17. August 2026 ging eine 61-tägige Extremwetterphase in und um Ansbach zu Ende- die außergewöhnliche Hitze- wie Dürrephase wechselte in einen halbwegs „normalen Sommer“ mit einem ständigen Wechsel zwischen Sommertagen wie „Sommerfrische“ mit Regen und ersten kühlen Nächten.
Die erste Monatshälfte über bescherte der August neue Extremwetterrekorde. So gab es vier Tage mit über 35 Grad Hitze (mehr gab es nur im August 2003), an drei Tagen wurde es gar heißer als 37 Grad. Mit 37,4°C am 4. wurde die dritthöchste je in einem August seit Aufzeichnungsbeginn 1879 verzeichnete Temperatur beobachtet, nur der 7. August 2015 (37,8°C) und der 13. August 2003 (37,6°C) waren noch heißer. Der eigentliche neue Rekord steckt in der Menge: drei Tage mit über 37 Grad in einem August gab es seit 1879 noch nie.
Die erste Monatshälfte war um 4,9 Grad zu warm – die zweite Hälfte um 2,7 Grad zu warm. Am Ende reichte es im Gesamtschnitt zu Platz zwei nach dem August 2003. Auf Platz drei liegt der August 2024, gefolgt von 2018. Dahinter folgen der August 2022, 2015 und 1992 (wärmster August des 20. Jahrhunderts).
Mehr „Hitzetage“ (ab 30 Grad) als 2026 gab es in Ansbach in einem August nur noch 2024, 2018, 2015 sowie 2003 und 1992. Auch die Anzahl der „Sommertage“ ab 25°C ist beachtlich – wenngleich in Zeiten des Klimawandel inzwischen das neue „Normal“: Mehr als 20 „Sommertage“ gab es in einem August neben 2026 im 21. Jahrhundert bereits 2024, 2022, 2018, 2015 und 2003. Im gesamten 20. Jahrhundert waren es nur fünf Augustmonate (1997, 1992, 1991, 1990 und 1911).
Die Nächte zum 4. und zum 16. August waren heuer so warm wie keine Augustnacht in Ansbach zuvor: erstmals seit Aufzeichnungsbeginn 1879 gab es nicht nur eine, sondern gleich zwei „Tropennächte“ zu dieser Jahreszeit.
Vom 18. Juli bis 15. August gab es in Ansbach nur drei Niederschlagstage (mit 3,2 Liter Regen in der Summe). In Kombination mit der gleichzeitig herrschenden Dauerhitze sank der Grundwasserspiegel in der Region an vielen Meßstellen auf die niedrigsten Stände, die je verzeichnet wurden. Die wiederholten Regenfälle ab dem 16. August sorgten allerdings seither kaum für Besserung – nur für eine Stabilisierung auf niedrigstem Niveau: Der Regen muss sich erst über die weiteren Wochen durch den „knochentrockenen“ Boden in die unteren Stockwerke zum Grundwasser durcharbeiten.
Im August gab es in Ansbach zehn Tage mit registrierbaren Regenfällen, die an vier Tagen gewittrig verliefen. Am Ende kamen im August – trotz der heftigen Dürre in der ersten Monatshälfte – Dank der teils kräftigen Regenfälle an drei Tagen in der zweiten Monatshälfte immerhin etwas mehr zusammen als der aktuelle 30-Jahre-Durchschnitt verspricht – und verhinderte Schlimmeres. Es war zudem der erste zu nasse Monat in Ansbach seit dem Februar.
